AKF Kaiserschnitt Kampagne

Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.

26. Oktober 2020
von SiteAdmin
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Kaiserschnitt-Kampagne

In Deutschland kommt jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. – Es ist höchste Zeit, die Kaiserschnittrate zu senken.

Kampagne zur Senkung der Kaiserschnittrate in Deutschland

– Aufruf zur Unterstützung –

In Deutschland sind im Jahr 2010 31,9 % der Kinder durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Regionale Schwankungen liegen zwischen 15 % und 36,6 % und sind medizinisch nicht erklärbar. [1] 1991 lag die Rate noch unter 15 %. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten. An der Spitze steht aktuell China mit 46 %. [2]

Unzweifelhaft ist der Kaiserschnitt eine lebensrettende Option aus mütterlicher oder kindlicher Indikation. Moderne Operations-, Anästhesie- und Therapieverfahren haben dazu geführt, dass Frauen auch bei Regelwidrigkeiten sicher entbunden werden können und erheblich weniger Einschränkungen hinnehmen müssen als früher. Was in Notfallsituationen wertvoll ist, darf jedoch nicht zur Routine werden, sonst verkehren sich Vorteile in Nachteile und ein rettender Eingriff wird zur riskanten Operation.

Zu viele Kaiserschnitte sind strukturell, organisatorisch oder ökonomisch statt medizinisch begründet. Die Häufigkeit, mit der derzeitig Kaiserschnitte durchgeführt werden, ist aus Sicht der WHO und anderer Fachleute [3] medizinisch und ethisch nicht gerechtfertigt. Diese Bedenken teilt der Runde Tisch des AKF „Lebensphase Eltern werden“. Es sind strukturelle, organisatorische und ökonomische Gründe, die die Entscheidung für einen Kaiserschnitt begünstigen. Legitimiert wird diese jedoch in der Regel mit einer sogenannten relativen („weichen“) medizinischen  Indikation.

Heute erlaubt die personelle Besetzung im Kreißsaal meist keine kontinuierliche Betreuung der Gebärenden durch die Hebamme, die die Schwangere stärkt und Zeit gibt für die natürlichen Abläufe. Stattdessen wird Zeitdruck aufgebaut und eine Interventionskette initiiert, die die Geburt verkürzen soll. Häufig sind Kaiserschnitte das Resultat voreiliger Geburtseinleitungen und anderer Eingriffe in den natürlichen Geburtsablauf. [4]

Vielen routinemäßigen Anwendungen fehlt zudem die Evidenz. Ein Beispiel hierfür ist die kontinuierliche Herztonüberwachung (CTG). In 50 % der Fälle ist die Interpretation des CTGs zur Diagnostik eines fetalen Gefährdungszustands falsch. [5]

Ernst zu nehmen sind auch Hinweise auf erhöhte Kaiserschnittraten nach einer Epiduralanästhesie. [6] Aus betriebswirtschaftlicher Sicht besteht kein Anreiz, Vaginalgeburten zu fördern und Kaiserschnitte zu vermeiden. Die Kliniken müssen eine teure Infrastruktur für die Geburtshilfe vorhalten. Die Vergütung für die Betreuung einer normalen Geburt reicht nicht aus, um die Kosten auszugleichen. Nach Niino ist in Lateinamerika festgestellt worden, dass in Privatkliniken deutlich höhere Kaiserschnittraten vorliegen und dass eine höhere Vergütung von Kaiserschnitten umgehend zu einem Anstieg der Operationszahlen geführt hat, ohne dass die Gesundheit von Mutter und Kind sich verbessert hätte. [7] Europäische Daten liegen hierzu nicht vor.

Ein weiteres Problem ist die haftungsrechtliche Situation, die den GeburtshelferInnen häufig nicht gestattet, nach medizinisch-fachlichen Kriterien zu entscheiden, sondern sie nötigt, eine Defensivmedizin zu betreiben, in der sie mit dem Kaiserschnitt nach bisheriger Rechtsprechung „immer auf der sicheren Seite“ sind. Fatalerweise wird diese Art forensischer Absicherung auch von vielen Beteiligten, insbesondere von werdenden Eltern, als medizinisch-fachliche Sicherheit fehlgedeutet. Ein Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation ist mit höheren Risiken verbunden als eine Vaginalgeburt und keineswegs sicherer für Mutter und Kind. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Untersuchungen die kurz- und langfristigen Folgen eines Kaiserschnitts herausgestellt. [8]

Diese beziehen sich:

  1. auf den Körper der Frau: Narkose- und Thromboserisiken, Blutverlust, Schmerzen, eingeschränkte Stillfähigkeit, Infektionen, Wundheilungsstörungen und Verwachsungen,
  2. auf die Psyche der Mutter: Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen,
  3. auf Folgeschwangerschaften: regelwidriger Plazentasitz mit stark erhöhtem Risiko für Müttersterblichkeit,
  4. auf das Kind: Anpassungsstörungen, häufigere nachgeburtliche Einweisung in die Intensivstation, Asthma, Diabetes, Adipositas im Kindergartenalter, möglicherweise auch Autoimmunerkrankungen,
  5. auf die Mutter-Kind-Beziehung: Bindungsprobleme.

Kaiserschnitte ohne medizinische Indikation mit dem Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu begründen, ist meistens zu kurz gegriffen. Hinter einer sogenannten „Wunschsectio“ verbirgt sich oft genug eine unheilsame Koalition zwischen ärztlicher Präferenz und unzureichendem Wissensstand der Frauen. 86 % der Frauen geben nach einem Kaiserschnitt an, die Folgen des Eingriffs unterschätzt zu haben. [9] Die WHO fordert, die Anzahl von Kaiserschnitten zu begrenzen und kritisiert die verharmlosende Darstellung von Kaiserschnitten ohne medizinische Indikation.[10]

Die WHO fordert z.B.

  • die Entwicklung von evidenzbasierten Leitlinien,
  • die Evaluierung geburtshilflicher Maßnahmen (z.B. Geburtseinleitungen),
  • die Empfehlungen zur Betreuung bei normaler Geburt umzusetzen, d.h. zum Beispiel eine 1:1-Betreuung für alle Gebärenden und
  • die generelle Veröffentlichung der Kaiserschnittraten von Kliniken.

In Deutschland existiert eine S1-Leitlinie zu Kaiserschnitt-Indikationen aus dem Jahre 2008. Sie genügt weder von der Zusammensetzung der AutorInnengruppe noch von der Aktualität und Vollständigkeit der Datenbasis den Ansprüchen einer evidenzbasierten Medizin. In Großbritannien beispielsweise hat das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) neue Guidelines entwickelt. Der Indikationskatalog für Kaiserschnitte wurde der aktuellen Datenlage angepasst. So wurde Frauen, die bereits einen oder mehrere Kaiserschnitte hatten, empfohlen, sich für eine vaginale Geburt zu entscheiden, da das Komplikationsrisiko bei einem nachfolgenden Kaiserschnitt genauso hoch ist wie bei einer vaginalen Geburt. Die Hebammenbetreuung nimmt in der Veränderung der Rahmenbedingungen eine Schlüsselposition ein. ExpertInnen sehen Hebammen durch ihre kontinuierliche Begleitung und Betreuung der schwangeren Frauen in einer Schlüsselposition zur Veränderung der Rahmenbedingungen.[11] Hebammen könnten sowohl die physiologischen und psychologischen als auch die psychosozialen Bedürfnisse der schwangeren Frau und ihres Partners fokussieren und dadurch die beste Unterstützung in dieser Lebensphase gewährleisten.[12] Es sind bereits wissenschaftliche Nachweise für Maßnahmen erbracht worden, die tatsächlich die Kaiserschnittraten senken. [13]

Die UnterzeichnerInnen fordern auf dieser Basis folgende strukturelle Veränderungen:

  • die Förderung der Schwangerenbetreuung durch ein Team von Hebamme und FrauenärztIn,
  • die Anwendung von bereits existierenden guten Konzepten zur Geburtsvorbereitung für werdende Eltern,
  • Anreize für eine 1:1 Betreuung unter der Geburt,
  • die flächendeckende Einrichtung von Hebammenkreißsälen,
  • die verbesserte Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen und Hebammen ambulant und stationär,
  • einen Schwerpunkt „natürliche Geburt“ im Studium und in der Facharztweiterbildung sowie Festlegung einer Anzahl an zu beobachtenden physiologischen Geburten,
  • die verpflichtende Etablierung von klinikinternen Fallkonferenzen unter Einbeziehung von GynäkologInnen und Hebammen,
  • die Förderung wissenschaftlicher Evaluierung von geburtshilflichen Verfahrensweisen,
  • die Erarbeitung von Konzepten, die Anreize schaffen, Kliniken zu einer Veränderung der bestehenden Praxis zu bewegen, z.B. Qualitätskontrollen mit nachfolgender Beratung der Krankenhäuser mit überhöhter Kaiserschnittrate,
  • die Information der werdenden Eltern über unabhängige Beratungsangebote bezüglich Kaiserschnitt und den Folgewirkungen.

Mit der Einführung und Förderung der beschriebenen Praktiken wird eine grundlegende, nachhaltige Veränderung der momentanen Verhältnisse in die Wege geleitet. Damit werden Voraussetzungen für einen Rückgang der Anzahl der Kaiserschnitte geschaffen.

Der Geburtsvorgang ist von elementarer Bedeutung für neugeborene Kinder, werdende Mütter, Väter, Familien und für die Gesellschaft. Frauen verdienen in der einzigartigen Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett Wertschätzung, Zuwendung, Ruhe, Unterstützung und Schutz. Ein Kaiserschnitt ist ein medizinischer Eingriff, der Leben retten kann, wenn er indiziert ist, und der Geburtsrisiken reduzieren kann. Ohne eindeutige medizinische Indikation ist er ein Eingriff mit hohem Schadenspotential.

Deswegen rufen wir auf zu einem Bündnis zur Senkung der Kaiserschnittrate in Deutschland.

Schließen Sie sich durch Ihre Unterschrift unserer Kampagne an und leiten Sie unseren Aufruf an andere Organisationen und Einzelpersonen weiter. Darüber hinaus laden wir Sie ein, Ihr Fachwissen, Ihre Erfahrungen und Ihre Ideen einzubringen und sich an weiteren Aktivitäten zu beteiligen. Nur gemeinsam können wir erreichen, dass die Zahl der Kaiserschnitte wieder auf das medizinisch notwendige Maß sinkt.

Kontaktadresse:

Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF)

Sigmaringer Str. 1

10713 Berlin

Tel.: 030-863 93 316

Fax: 030-863 93 473

E-Mail: buero@akf-kaiserschnitt-kampagne.de

Internet: www.akf-kaiserschnitt-kampagne.de

Initiatorinnen der Kampagne sind die Teilnehmerinnen des Runden Tisches des AKF „Lebensphase Eltern werden“:

Dr. Edith Bauer, Gynäkologin

Juliane Beck, Expertin für Patientinnenrechte, Juristin;

Dr. Maria Beckermann, Gynäkologin, Autorin, 1. Vorsitzende des AKF;

Karin Bergdoll, Dipl. Päd., Gesundheitspolitikerin, 2. Vorsitzende des AKF;

Dr. Barbara Ehret, Gynäkologin, Autorin;

Colette Mergeay, Psychologin;

Petra Otto, Dipl. Päd., Redakteurin;

Ute Höfer Hebamme, Ernährungsberaterin, Vorstand AKF;

Dr. Gabi Götsching-Krusche, Gynäkologin;

Dr. Katharina Lüdemann, Gynäkologin, ltd. Oberärztin Geburtshilfe;

Ulrike Hauffe, Landesbeauftragte für Frauen des Landes Bremen, Psychologin;

Barbara Reuhl, Arbeitsschutz und Gesundheitspolitik;

Susanne Steppat und Katharina Jeschke, Hebammen, Deutscher Hebammenverband (DHV);

Dr. Karin von Moeller, Gesundheitswissenschaftlerin, Universität Osnabrück;

Anke Wiemer, Hebamme, Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG);

Sabine Striebich, Hebamme, Studentin der DMP, Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft;

Dr. Christine Loytved, Hebamme, Gesundheitswissenschaftlerin, Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi).

Quellen:

1 Stat. Bundesamt, Lutz

2 Souza, Lumbinganon 2010

3 vgl. Betrán et al 2007; Niino 2011; Stjernholm, Petersson und Eneroth 2010; Wagner M 2000

4 vgl. Niino 2011

5 vgl. Niino 2011

6 vgl. Niino 2011

7 vgl. Niino 2011, 141

8 vgl. Lutz, GEK Kaiserschnittstudie 2006; Niino 2011; Souza 2010; Villar et al 2007, Huh et al. 2012

9 vgl. Lutz 2006

10 vgl. Souza 2010; WHO 2010

11 vgl. Hodnett et al. 2011, Wagner 2001, WHO 2002

12 Niino 2011; WHO 2000

13 Catling-Paull et al. 2011; Scarella 2010; Van Dillen et al 2008, Chaillet / Dumont 2007, Niino 2011

Literatur

Betrán AP, Merialdi M, Lauer JA, Bing-Shun W, Thomas J, Van Look P, Wagner M: Rates of caesarean section: analysis of global, regional and national estimates.In: Paediatric and Perinatal Epidemiology 2007; 21: 98–113

Catling-Paull C, Johnston R, Ryan C, Foureur M, Homer C (2011): Non-clinical interventions that increase the uptake and success of vaginal birth after caesarean section: a systematic review. In: Journal of advanced Nursing 67(8),

1662–1676

Caughey A, Sundaram V, Kaimal AJ, Gienger A, Cheng Y, McDonald K, Shaffer B, Owens D, Bravata D: Systematic Review: Elective Induction of Labor Versus Expectant Management of Pregnancy. In: Ann Intern Med. 2009; 151:252-263

Chaillet N, Dumont A (2007): Evidence-Based Strategies for Reducing Cesarean Section Rates: A Meta-Analysis. In: Birth 34:1; 53

Hodnett ED, Gates S, Hofmeyr GJ, Sakala C, Weston J. Continuous support for women during childbirth. Cochrane Database of Systematic Reviews 2011, Issue 2. Art. No.: CD003766

Huh S Y, Rifas-Shiman S L, Zera C A, Rich Edwards J W, Oken E., Weiss S T, Gillman M W: Delivery by ceasarean section and risk of obesity in pre-school age: a prospective cohort study. In: British Medical Journal 2012

Lumbiganon, Pisake, Laopaiboon, Malinee, Gülmezoglu, metin, Souza, Joao Paulo et al.: Method of delivery and pregnancy outcomes in Asia: the WHO global survey on maternal and perinatal health 2007-08, The Lancet 2010; 375(9713): 490-99

Lutz, Ulrike, Kolip, Petra, Die GEK-Kaiserschnitt-Studie (2006),

http://www.ipp.uni-bremen.de/downloads/abteilung2/projekte/GEK_Kaiserschnittstudie.pdf

NICE (National Institute for Health and clinical Excellence) ( 2012): Women could avoid having unnecessary casareans http://www.nice.org.uk/news/WomenCouldAvoidHavingUnnecessaryCaesarean.jsp [Abruf 3.4.2012]

Niino, Y: The increasing caesarean rate globally and what we ca do about it. In: BioScience Trends 2011; 5(4): 139-150

Scarella A, Chamy V, Sepúlveda M, Belizán J (2011): Medical audit using the Ten Group Classification System and its impact on the cesarean section rate. In: European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology 154 (2010) 136–140

Souza JP et al.: Caesarean section without medical indications is associated with an increased risk of  adverse shortterm maternal outcomes: the 2004–2008 WHO Global Survey on Maternal and Perinatal Health. In: BMC Medicine, 2010; 8 (1):71

StjernholmY, Petersson K, Eneroth E: Changed indications for cesarean sections. In: Acta Obstetricia et Gynecologica. 2010; 89: 49–53

Van Dillen J, Lim F, Van Rijssel E: Introducing caesarean section audit in a regional teaching hospital in The Netherlands. In: European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology 139. 2008; 151–156

Villar J, Carroli G, Zavaleta N, Donner A, Wojdyla D, Faundes A, Velazko A, Bataglia V, Langer A, Narváez A, Valladares E, Shah A, Campodónico L, Romero M, Reynoso S, Simônia de Padua K, Giordano D, Kublickas M, Acosta A , Survey on Maternal and Perinatal Health Research Group: Maternal and neonatal individual risks and benefits associated with caesarean delivery: multicentre prospective study. In: BMJ 2007; 335; 1025

Wagner M: Choosing caesarean section. In: Lancet 2000; 356: 1677–80

Wagner M: Fish can’t see water: the need to humanize birth. In: International Journal of Gynecology & Obstetrics 2001; 75: 25-37

WHO (2000): Erklärung von München – Pflegende und Hebammen – ein Plus für Gesundheit.

http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/53855/E93016G.pdf am 16.5.2012

WHO (2002): Strategic Directions for Strengthening Nursing and Midwifery Services.

http://whqlibdoc.who.int/publications/2002/924156217X.pdf 

WHO (2009): Making pregnancy safer – Assessment tool fort he quality of hospital care for mothers and newborn babies. 47- 50. http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/98792/E93128.pdf 

WHO Policy brief (2010): Caesarean section without medical indication increases risk of short-term adverse outcomes for mothers. http://whqlibdoc.who.int/hq/2010/WHO_RHR_HRP_10.20_eng.pdf 

Kaiserschnitt Vergleich international

2. August 2021
von SiteAdmin
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Kaiserschnitt rund um die Welt


Ein Kaiserschnitt ist im Jahr 2021 keine Besonderheit mehr. Die Zahl der natürlichen Geburten nimmt ab, teilweise wird bereits weit im Vorfeld der Kaiserschnitt geplant – in Deutschland kommt jedes dritte Kind auf diesem Weg zu Welt. Aber warum gibt es in China so viele geplante Geburten? Und wieso gibt es in den USA so große regionale Unterschiede bei Kaiserschnittgeburten? Diese und andere Fragen zur Sectio im internationalen Vergleich beantwortet der folgende Artikel.

Kurz erklärt: Der Kaiserschnitt

Bei einem Kaiserschnitt kommt das Baby durch einen operativen Eingriff zur Welt. Dabei wird, natürlich unter entsprechender Narkose, ein Querschnitt durch Bauchdecke und Gebärmutter gesetzt. Es gibt drei unterschiedliche Arten eines Kaiserschnitts:

  • den primären Kaiserschnitt,
  • den sekundären Kaiserschnitt
  • und die Sonderform des Wunschkaiserschnitts.


Bei einer primären Sectio ist der Kaiserschnitt medizinisch indiziert und geplant, das ist zum Beispiel bei besonders großen Babys und sehr zierlichen Müttern der Fall, oder wenn das Kind in der Steißlage liegt und sich nicht rechtzeitig dreht.

Bei der sekundären Sectio wird eine natürliche, vaginale Geburt aus medizinischen Gründen abgebrochen und das Baby wird spontan per Kaiserschnitt geholt.

Wie ein Kaiserschnitt durchgeführt wird, welche Risiken er birgt und wie ein sogenannter „sanfter Kaiserschnitt“ nach der Misgav-Ladach-Methode funktioniert, erklärt der folgende Artikel vom Elternmagazin Windelprinz im Detail: Was passiert bei einem Kaiserschnitt?

Kaiserschnitt zum Wunschtermin

Ein Wunschkaiserschnitt ist geplant und entspricht ausdrücklich nur dem Wunsch der Mutter, ohne medizinische Notwendigkeit. In Deutschland können Frauen selbst entscheiden, ob sie ihr Baby auf natürlichem Weg zur Welt bringen möchten oder einen Kaiserschnitt wünschen. In einigen arabischen Ländern hingegen ist es verboten, ohne medizinischen Grund per Kaiserschnitt zu gebären – hier spielen religiöse Überzeugungen eine Rolle.

Welche Gründe sprechen für einen Kaiserschnitt?

Zunächst einmal: Ob eine Mutter ihr Kind auf natürlichem Wege zur Welt bringt oder die geplante Variante bevorzugt, ist ihre Entscheidung und bedarf keiner Rechtfertigung. Ein weit verbreiteter Grund mag die Angst vor einer natürlichen Geburt sein, die besonders bei asiatischen Müttern mit westlichen Partnern eine Rolle spielt, da hier die Babys häufig sehr groß sind und die zierlichen Mütter in leichte Panik versetzen.


Für manche Frauen ist es auch logistisch leichter, per Kaiserschnitt zu entbinden – sie können das Geburtsdatum des Kindes bestimmen und im Vorfeld dafür sorgen, dass alle gewünschten Anwesenden auch Zeit haben. Vor allem in China, Brasilien und Japan ist die Planbarkeit einer Kaiserschnittgeburt elementar – Urlaubstage zur Vaterschaft wie bei uns sind selten und frischgebackene Familien möchten sicherstellen, gemeinsam Zeit zu verbringen.
Natürlich ist ein Wunschkaiserschnitt kostspielig, was einige Frauen davon abhält – andererseits besteht durch die Planbarkeit die Möglichkeit, finanzielle Einbußen mit entsprechender Organisation entgegenzutreten.

Das Alter der Mutter

In Italien, Spanien und Österreich gebären Frauen immer häufiger im Alter von 40-44. In diesem Alter ist der Kaiserschnitt die beste Lösung, da eine eventuelle Beckenbodenschwäche oder Inkontinenz nach einer natürlichen Geburt im höheren Lebensalter nicht so leicht regeneriert. Im südlichen Europa gibt es daher die höchsten Raten an Kaiserschnittgeburten – Deutschland liegt im europäischen Vergleich auf dem 4. Platz, auch bei uns wird Frauen ab 40 zur Entbindung per Kaiserschnitt geraten.

Wie kommen die Babys in Asien zur Welt?

Wie in Deutschland, so kommt auch in China etwa jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Die frühere Ein-Kind-Politik hatte zu einem besonders hohen Sicherheitsbedürfnis beim Geburtsvorgang geführt, was für den Kaiserschnitt sprach. Aber auch die Möglichkeit, Geburtsdaten festzulegen ist aufgrund des weit verbreiteten Glaubens an Glückszahlen sehr beliebt, auch in Japan werden besonders um die Jahreswende viele Kaiserschnitte geplant, um Horoskope zu beeinflussen. In chinesischen Großstädten ist es auch üblich, dass Mütter sich die Narbe mit besondere Tattoos verzieren lassen. Da sie im Regelfall nur ein Kind bekommen, ist diese Narbe ein Schmuck für die Ewigkeit. Eltern in Taiwan, China und Korea berechnen den Geburtstermin auch im Hinblick auf das Einschulungsdatum – im Gegensatz zu Deutschland gibt es keine Schulreifeprüfung, nur das Geburtsdatum entscheidet.

Kaiserschnitt in Amerika

Die USA können wie ein Spiegelbild des Globus gesehen werden – in den ländlichen und konservativen Staaten kommen die Babys meistens auf natürlichem Weg zur Welt – rund 300 % höher als im Bundesstaat Utah ist die Kaiserschnittrate in New York City. In Staaten, die eine hohe Einwohnerzahl an Latinos haben, ist der Kaiserschnitt besonders in Mode. Südamerika erlebt ein starkes Stadt-Land-Gefälle bei den Geburten: Rund 56 % aller Babys werden per Kaiserschnitt geboren – in Privatkliniken sogar bis zu 85 %. Für das brasilianische Verständnis von Schönheitsoperationen ist ein Kaiserschnitt die sauberste und schönste Art der Entbindung, die möglichen Risiken werden manchmal nicht einmal mehr beim Aufklärungsgespräch erwähnt.

Der europäische Vergleich

Europa ist sehr uneinheitlich bezüglich des Kaiserschnitts – es gibt keinen europäischen medizinischen Konsens der Staatengemeinschaft, welches Verfahren in welchem Fall angemessen ist. Im überwiegend katholischen Teil Irlands lehnen Familien den Kaiserschnitt oft gegen medizinischen Rat ab, da sie die Auslegung der Bibel verfolgen, Kinder müssten unter Schmerzen geboren werden.

In Polen, Ungarn und slawischen Staaten entscheidet das Geld über den Kaiserschnitt. Wer es sich leisten kann, verzichtet auf eine natürliche Geburt aus Gründen des Prestiges.

Unter den OECD-Ländern liegt die Türkei an erster Stelle im Kaiserschnitt-Ranking, hier ist vor allem eine unnatürliche Angstsymptomatik der Grund: Frauen bekommen immer häufiger durch Horrorgeschichten nahezu panische Angst vor einer natürlichen Geburt und tauschen sich in Internetforen darüber aus, die teilweise keinerlei medizinischen Hintergrund haben.

Ganz anders sieht es in Island aus – dort kommen nur etwa 15 % der Babys per Kaiserschnitt – was aber im Wesentlichen auch an den fehlenden Kliniken und dem Personal liegt. Hier gibt es immer noch überdurchschnittlich viele Hausgeburten, ähnlich wie in den Niederlanden und in Skandinavien.

Vorbeugung gegen Infektionen während der Schwangerschaft

1. Juli 2021
von SiteAdmin
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Schwangere Frauen: Vorbeugung gegen 5 Infektionskrankheiten

Einige Infektionskrankheiten, die in normalen Zeiten als harmlos gelten, können schwerwiegende Folgen für den Verlauf der Schwangerschaft haben. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Maßnahmen zur Vorbeugung zu kennen, um sich so gut wie möglich zu schützen und zu wissen, wie man die ersten Symptome erkennt, um unverzüglich eine Überwachung und eine angepasste Behandlung einzuleiten.

Toxoplasmose

Abgesehen von einer Schwangerschaft und allgemeinen Problemen mit dem Immunsystem stellt diese parasitäre Infektion kein besonderes Problem dar. Sie kann sich in Form von leichtem Fieber, ein wenig Müdigkeit und geschwollenen Lymphknoten im Nacken äußern, verursacht aber in den meisten Fällen keine Symptome. Viele Menschen wissen nicht, ob sie sich bereits mit Toxoplasmose angesteckt haben oder nicht. Aus diesem Grund wird zu Beginn der Schwangerschaft systematisch ein Toxoplasmose-Test durchgeführt. Denn wenn der Parasit, der die Krankheit verursacht, die Plazentaschranke überwindet, besteht für den Fötus das Risiko des Todes in utero, einer Frühgeburt, ophthalmologischer Folgeerscheinungen oder einer Behandlung beim Neurologen.

Wenn der Bluttest anzeigt, dass Sie immun sind (positive Serologie), besteht kein Grund zur Sorge, Sie können sich nicht mit Toxoplasmose anstecken. Wenn Sie nicht immun sind, müssen Sie einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um sich vor einer Kontamination zu schützen:

  • Waschen Sie Ihre Hände gründlich, mindestens 30 Sekunden lang, und bürsten Sie Ihre Fingernägel, insbesondere nach dem Umgang mit rohem Fleisch oder mit Erde verschmutztem Gemüse.
  • Essen Sie gut gegartes Fleisch, vermeiden Sie Tartar und Mett.
  • Vermeiden Sie rohe, geräucherte oder gesalzene Wurstwaren sowie rohen Käse oder Ziegenmilch, auch in Form von Käse.
  • Spülen Sie rohes Gemüse, nicht schälbares Obst und Gewürzpflanzen gut ab, um alle Spuren von Erde zu entfernen.
  • Vermeiden Sie rohe Schalentiere.
  • Waschen Sie Oberflächen und Küchenutensilien nach jedem Gebrauch, insbesondere nach dem Schneiden von rohem Fleisch oder dem Schälen von Obst und Gemüse.
  • Tragen Sie bei der Gartenarbeit Handschuhe.
  • Wenn Sie eine Katze haben, sollte ihr Katzenklo täglich gewechselt und idealerweise die Katzentoilette mit heißem Wasser ausgewaschen werden. Wenn Sie diese Aufgabe nicht an jemanden abgeben können, tragen Sie Handschuhe. Nichts hindert Sie daran, Ihr Haustier zu streicheln, aber waschen Sie sich nach jedem Kontakt sorgfältig die Hände und bürsten Sie Ihre Nägel.

Röteln

Diese Kinderkrankheit, die durch ein über die Luft übertragenes Virus verursacht wird, kann auf den Fötus übertragen werden, wenn man sich während der Schwangerschaft infiziert. Der kontaminierte Fötus ist dann Wachstumsverzögerungen, Augenschäden, Taubheit, Lähmungen der Gliedmaßen, Herzfehlbildungen und Gehirnentwicklungsstörungen ausgesetzt.

Heute sind viele Frauen immun gegen Röteln, entweder weil sie sich als Kinder angesteckt haben oder weil sie geimpft wurden. Dennoch gehört die Röteln-Serologie zur Blutuntersuchung, die bei Bekanntwerden einer Schwangerschaft vorgeschrieben ist. Diese Untersuchung ermöglicht es, eine besondere Überwachung für diejenigen einzurichten, die nicht geimpft werden würden (negative Serologie). Tatsächlich kann der Fötus auch dann kontaminiert sein, wenn die Mutter keine der üblichen Symptome von Röteln zeigt (kleine Ausschläge im Gesicht und auf der Brust, Lymphknoten, Fieber, Hals- und Kopfschmerzen).

Windpocken

In der Kindheit eingefangen, sind Windpocken mit ihren Bläschen und dem Juckreiz zwar schmerzhaft, aber in den allermeisten Fällen nicht schwerwiegend. Bei einer Ansteckung während der Schwangerschaft kann das Windpockenvirus jedoch schwerwiegende Folgen für den Fötus haben: Fehlbildungen, neurologische Läsionen, intrauterine Wachstumsretardierung usw. Wenn die Kontamination in der Nähe des Geburtszeitpunkts auftritt, ist das Risiko einer Lungenschädigung des Säuglings sehr hoch. Windpocken sind dann mit einem Sterberisiko von 20 bis 30 % verbunden.

Um diesem Risiko vorzubeugen, wird heute empfohlen, dass Frauen mit Kinderwunsch, die keine klinische Vorgeschichte von Windpocken haben, geimpft werden. Vor der Impfung muss ein negativer Schwangerschaftstest durchgeführt werden, danach muss während des gesamten Impfschemas, das zwei Dosen im Abstand von mindestens einem Monat umfasst, eine Verhütung erfolgen.

Wenn Sie schwanger und nicht immun gegen Windpocken sind, vermeiden Sie den Kontakt mit Erkrankten. Wenn Sie mit einer kranken Person in Kontakt waren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Es kann eine spezifische Behandlung verordnet werden, entweder durch Injektion von spezifischen Anti-Varizellen-Antikörpern oder durch ein antivirales Medikament. Außerdem wird Ihre Schwangerschaft genauer überwacht.

Listeriose

Listeria monocytogenes ist ein Bakterium, das im Boden, in der Vegetation und im Wasser vorkommt. Es kann daher in Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs vorkommen, auch wenn diese gekühlt sind. Die Listeriose durch Listeria monocytogenes ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, wenn sie während der Schwangerschaft auftritt, da sie Fehlgeburten, Frühgeburten und Infektionen bei Neugeborenen verursachen kann.

Bei schwangeren Frauen führt die Listeriose zu mehr oder weniger hohem Fieber, begleitet von Kopfschmerzen und manchmal Verdauungsproblemen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall). Solche Symptome bedürfen daher einer ärztlichen Beratung, um ggf. eine antibiotische Therapie und eine optimale Überwachung der Schwangerschaft durchführen zu können.

Um eine Kontamination zu vermeiden, sind einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich:

  • Waschen Sie sich vor und nach dem Umgang mit rohen Lebensmitteln (Fleisch, Eier, rohes Gemüse) gründlich die Hände und reinigen Sie die Arbeitsfläche und Utensilien sorgfältig.
  • Essen Sie kein rohes oder ungenügend gegartes Fleisch, Schalentiere oder rohen Fisch.
  • Essen Sie keinen Weichkäse, insbesondere wenn er aus Rohmilch hergestellt ist.
  • Vermeiden Sie gekochtes Fleisch wie Rillettes, Gänseleber oder Produkte in Gelee.
  • Bevorzugen Sie pasteurisierte Milch.

Harnwegsinfektionen

Eine Schwangerschaft ist eine riskante Zeit für das Harnsystem, da sie einen allgemeinen Abfall des Immunsystems sowie eine Erweiterung der Harnröhre, des kleinen Kanals, durch den der Urin entleert wird, verursacht. Da die Harnröhre durchlässiger ist, können Keime leicht in die Blase gelangen. Außerdem verliert die Blase unter der Wirkung von Progesteron und dem Gewicht des Fötus ihre Spannkraft und entleert sich nicht mehr vollständig, was eine Stagnation des Urins begünstigt, in dem sich Mikroben vermehren können.

Harnwegsinfektionen sind für Schwangere besonders problematisch, denn wenn sich die Infektion auf die Nieren ausbreitet (Pyelonephritis), kann sie Wehen und damit eine Frühgeburt verursachen. Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie plötzlich sehr häufig Harndrang verspüren, Brennen beim Wasserlassen spüren, Magen- und Rückenschmerzen haben. Diese Symptome erfordern ärztlichen Rat. Wenn die Diagnose eines Harnwegsinfekts bestätigt wird, sollte eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden.

Zur Begrenzung des Risikos einer Harnwegsinfektion:

  • Trinken Sie zwischen 1,5 und 2 Liter Wasser pro Tag.
  • Urinieren Sie vor und nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Führen Sie eine tägliche Intimhygiene mit einem sanften Produkt, das an den pH-Wert der Vaginalflora angepasst ist, durch. Vermeiden Sie die Verwendung eines Waschhandschuhs, er ist ein wahres Nest für Mikroben, oder wechseln Sie ihn täglich.
  • Tragen Sie Baumwollunterwäsche.
  • Behandeln Sie jede Verstopfung.
  • Halten Sie sich beim Toilettengang nicht zurück und wischen Sie sich immer von vorne nach hinten ab, um keine Bakterien vom Anus in die Nähe der Harnröhre zu bringen. (Diese Richtung gilt auch für einen sauberen Baby-Popo.)
Schwangerschaftssymptome betreffen viele Frauen

25. Juni 2021
von SiteAdmin
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Schwangerschaftssymptome: Wie kann man sie erkennen?

Eine Schwangerschaft bedeutet für jede von uns eine Umstellung des Stoffwechsels, insbesondere auf hormoneller Ebene. Und bei jeder zweiten Frau meldet sich der Körper! Während bei manchen Frauen keine besonderen Symptome auftreten, gibt es bei anderen Frauen klare und identifizierbare Botschaften des Körpers. Übelkeit, gespannte Brüste, verzögerte Periode… In diesem Beitrag gebe wir einen kurzen Überblick über Schwangerschaftssymptome.

Schwangerschaftssymptome: welche Anzeichen treten auf?

Ein paar Tage verzögerte Periode, ungewohnte Empfindungen und diese Frage, die wie selbstverständlich in unseren Köpfen auftaucht: Was wäre, wenn ich schwanger wäre? Was sind die ersten Schwangerschaftsanzeichen und wie können Sie diese erkennen?

Späte Periode

Die Tage sollten am Donnerstag kommen, jetzt es ist Sonntag und immer noch nichts … Wenn Sie einen regelmäßigen Menstruationszyklus haben (28 bis 30 Tage), kann das Ausbleiben der Periode zum erwarteten Zeitpunkt ein Zeichen für eine Schwangerschaft sein. Sie können auch ein Stechen im Unterleib spüren, als ob Sie kurz vor Ihrer Periode stünden. Leider haben manche Frauen sehr unregelmäßige Zyklen und können sich nicht auf das Ausbleiben der Periode verlassen. In diesem Fall zögern Sie nicht, Ihren Gynäkologen zu konsultieren und auch einen Schwangerschaftstest zu machen. Eine Frau, die die Pille nimmt und sie absetzt, muss einen normal beginnenden Zyklus haben. Wenn das nicht der Fall ist, ist es notwendig, einen Schwangerschaftstest zu machen. Eine sekundäre Amenorrhoe kann auf physische Ursachen (blockierter Gebärmutterhals, zusammengeklebte Seiten der Gebärmutter usw.), hormonelle Ursachen (Hypophysen- oder Eierstockhormonmangel) oder psychologische Ursachen (in manchen Fällen mentale Anorexie) zurückzuführen sein, was keine Schwangerschaft bedeutet.

Eine medizinische Untersuchung (Blutuntersuchung, Ultraschall) ist notwendig, um die Ursache dieser Funktionsstörung festzustellen. Andererseits können zu Beginn der Schwangerschaft Blutungen – meist sepiafarben – mit Beckenschmerzen auftreten. Dies können die Anzeichen für eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft sein. Wenn sich der Hormonspiegel innerhalb von 48 Stunden verdoppelt und das Ei im Ultraschall nicht in der Gebärmutter sichtbar ist, handelt es sich um eine Eileiterschwangerschaft, die operiert werden muss.

Eine gespannte und schmerzhafte Brust

Die Brüste sind wund, besonders an den Seiten. Sie sind auch härter und größer: Sie passen nicht mehr in Ihren BH! Dies kann tatsächlich ein Zeichen für eine Schwangerschaft sein. Dieses Symptom tritt in den ersten Wochen auf, manchmal auch ein paar Tage nach dem Ausbleiben der Periode.

Wenn dies der Fall ist, sollten Sie sofort auf einen BH wechseln, der Ihnen gut passt und Ihre Brüste stützt. Möglicherweise bemerken Sie auch eine Veränderung des Brustwarzenhofs. Dieser wird dunkler mit kleinen körnigen Schwellungen.

Ungewöhnliche Müdigkeit

Normalerweise kann Sie nichts aufhalten. Plötzlich sind Sie wie ein Murmeltier. Sie sind von allem müde. Man ist nicht wiederzuerkennen, verbringt seine Tage dösend und wartet nur darauf, dass der Abend kommt. Das ist normal: Unser Körper macht ein Baby!

Progesteron hat Rezeptoren im Gehirn und wirkt auf das gesamte Nervensystem. Daher auch das Gefühl der Erschöpfung, manchmal mit Schwierigkeiten, am Morgen aufzustehen oder einem Gefühl der Abgeschlagenheit.

Seien Sie versichert, dass dieser Zustand der Müdigkeit mit dem Fortschreiten des ersten Schwangerschaftsdrittels verschwinden wird. In der Zwischenzeit sollten Sie sich so viel wie möglich ausruhen!

Übelkeit in der Schwangerschaft

Ein weiteres Zeichen, das nicht trügt: die Übelkeit, die sich trotz eines guten Allgemeinzustandes einstellt. Sie tritt in der Regel zwischen der 4. und 6. Schwangerschaftswoche auf und kann bis zum dritten Monat andauern. Im Durchschnitt leidet jede zweite Frau unter Übelkeit. Keine Sorge, diese Schwangerschaftssymptome sind auf die Wirkung von Progesteron auf den Tonus des Ösophagus-Schließmuskels zurückzuführen und nicht auf einen schlimmen Magen-Darm-Virus! Manchmal liegt es an einer Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel oder Gerüche. Ein Mann, der 50 Meter entfernt auf der Straße raucht, ein gegrilltes Hähnchen oder sogar der Geruch von Kaffee am Morgen. Kein Zweifel: Geruchsüberempfindlichkeit ist eines der typischen Schwangerschaftssymptome.

Meistens am Morgen, Übelkeit kann jedoch zu jeder Tageszeit auftreten. (ganz toll, sogar bei der Arbeit!) Also planen Sie immer einen kleinen Snack ein, auch wenn Sie gerade erst aus dem Bett springen. Teilen Sie Ihre Mahlzeiten auf, indem Sie öfter in kleineren Mengen essen: Das ist manchmal wirksam, um diese unangenehmen Symptome zu reduzieren. Ein weiterer Tipp: Vermeiden Sie zu fetthaltige Lebensmittel. Versuchen Sie es mit Zitronensaft, pfeffriger Brühe und frischem Ingwer. Während manche Frauen nur ein paar unangenehme Übelkeitsgefühle verspüren, müssen andere mit stärkerem Erbrechen zurechtkommen. Man nennt es Hyperemesis gravidarum: Manche Frauen können wegen dieser Schwangerschaftssymptome nicht essen oder trinken, sie verlieren Gewicht, sind erschöpft. In bestimmten Fällen, in denen ihr Leben aus den Fugen gerät, ist es angezeigt, ins Krankenhaus zu gehen, um eine Dehydrierung zu vermeiden, den psychologischen Kontext zu bewerten und jede andere Art von Pathologie (Blinddarmentzündung, Geschwür usw.) auszuschließen.

Denken Sie auch an Homöopathie oder Akupunktur! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, wenn die Schwangerschaftssymptome der Übelkeit anhalten.

Bei einigen Frauen tritt bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel ein Hypersalivation auf, die manchmal ein Abwischen des Mundes oder Spucken erfordert, was zu Erbrechen durch Verschlucken von Speichel oder sogar zu gastroösophagealem Reflux führen kann. Sie wird auch „Hypersialorrhoe“ oder „Ptyalismus“ genannt.

Verstopfung, Sodbrennen, Schweregefühl

Eine weitere kleine Unannehmlichkeit: Es ist nicht ungewöhnlich, in den ersten Wochen der Schwangerschaft Sodbrennen, Schweregefühl nach den Mahlzeiten und Blähungen zu verspüren. Auch Verstopfung ist eine häufige Beschwerde. In diesem Fall sollten Sie versuchen, mehr Ballaststoffe zu essen und ausreichend Wasser zu trinken, damit diese kleine Unannehmlichkeit nicht zu lange anhält.

Eine unausgewogene Ernährung

Bekommen Sie manchmal unkontrollierbare Heißhungerattacken oder können im Gegenteil gar nichts essen? Wir alle haben das in der Frühschwangerschaft schon erlebt. Die berühmten Heißhungerattacken von Schwangeren, die dazu führen, dass man sofort etwas essen möchte! (Hm, saure Gurken …) Andererseits ekeln uns manche Lebensmittel, die wir immer gemocht haben, plötzlich an. Dies ist nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.

Schwanger und geruchsempfindlich

Auch unser Geruchssinn spielt uns Streiche. Wenn wir morgens aufwachen, ekelt uns plötzlich der Geruch von Toast oder Kaffee, wir mögen unser Parfüm nicht mehr, oder die Vorstellung, ein Brathähnchen zu essen, widert uns an. Diese Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen ist meist die Ursache für Übelkeit (siehe oben). Im umgekehrten Fall entdecken wir vielleicht eine plötzliche Leidenschaft für bestimmte Gerüche die wir vorher nie bemerkt hatten!

Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft

Brechen Sie bei jeder Gelegenheit in Tränen aus oder lachen Sie? Dies ist normal. Stimmungsschwankungen sind ein häufiges Phänomen während der Schwangerschaft. Warum sind sie so häufig? Es sind die hormonellen Veränderungen, die uns überempfindlich machen. Wir können innerhalb weniger Minuten von einem euphorischen Zustand in eine große Traurigkeit wechseln. In der Regel sind diese Stimmungsschwankungen nur vorübergehend! Aber manchmal können Sie einen guten Teil der Schwangerschaft andauern. Ihr Partner muss dann verständnisvoll sein!

Häufiges Wasserlassen

Es ist bekannt, dass eine schwangere Frau oft einen Harndrang verspürt. Und manchmal geschieht dies gleich zu Beginn der Schwangerschaft. Wenn das Gewicht des Babys noch nicht die Ursache für diesen Drang ist, drückt die (bereits etwas gewachsene) Gebärmutter bereits auf die Blase. Halten Sie sich nicht zurück und gewöhnen sich an, weiterhin Wasser zu trinken und Ihre Blase häufig zu entleeren.

Vater und Sohn nach dem Wickeln

24. Juni 2021
von SiteAdmin
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Wickeln: 10 Tipps für einen sauberen Baby-Po

Das Wickeln Ihres Babys ist eine Aufgabe, die mehrmals am Tag stattfindet. Nach der Geburt können Sie bis zu 8 bis 10 Mal täglich die Windel wechseln und das Baby säubern: Gemeinsam mit den Mahlzeiten wird dies einen guten Teil Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Vielleicht fragen Sie sich, was die richtigen Handgriffe für einen perfekten Windelwechsel sind, ob Sie Ihr Baby vor oder nach dem Fläschchen wickeln sollten und wie oft Sie es reinigen sollten… Keine Panik: Wir erzählen Ihnen alles über diese Zeit der Pflege, aber auch des Austauschs mit Ihrem Baby!

Der ideale Rhythmus zum Windelwechsel

Wenn einige Leute empfehlen, das Baby nach jeder Mahlzeit zu wickeln, werden andere Ihnen raten, die Windel erst dann zu wechseln, wenn sie voll ist! Jeder macht, was er will, aber es gibt trotzdem ein paar Regeln zu beachten:

  • Wechseln Sie die Windel, sobald das Baby Stuhlgang hatte.
  • Was den Urin betrifft, vermeiden Sie es, eine nasse Windel auf dem Po des Babys zu lassen.

Wie oft am Tag sollte das Baby frisch gewickelt werden?

Wechseln Sie die Windel regelmäßig über den Tag verteilt, um das Risiko von Reizungen (Windelausschlag) oder Mazerationen zu vermeiden, mindestens 6-mal am Tag, besser noch 10-mal am Tag.

Ein kleiner Tipp für junge Eltern eines Neugeborenen: Denken Sie daran, die Windel Ihres Kleinen alle 2-3 Stunden zu kontrollieren, wenn Sie noch nicht in der Lage sind, eine verschmutzte Windel zu erkennen.

Wann sollte ich mein Baby wickeln?

Es gibt nicht den einen richtigen Zeitpunkt, um Ihr Kleines zu wickeln. Die meisten Babys mögen es nicht, halbnackt zu sein oder einen Luftzug auf ihrer Haut zu spüren – aber keine Sorge, das kann sich ändern. Hier sind ein paar Tipps, die Ihnen helfen, den Überblick zu behalten:

  • Vermeiden Sie es, das Baby kurz vor dem Essen zu wickeln, wenn es wenig Geduld hat und sehr hungrig ist.
  • Wechseln Sie Ihr Kleines immer direkt nach dem Stuhlgang und bevor Sie es für ein Nickerchen oder für die Nacht hinlegen.

Neue Windeln vor oder nach dem Essen?

Das Baby vor oder nach dem Füttern wickeln: eine große Debatte! Viele Generationen von Eltern haben sich nicht einigen können … Wir neigen dazu, Ihnen zu empfehlen, sich Ihrem Baby anzupassen und das Beste daraus zu machen, wie Sie es wünschen. Trotzdem ein paar Vorteile, die Ihnen die Entscheidung für eine Seite erleichtern:

  • Wechseln der Windel vor dem Füttern: Sie fassen das Kind nicht direkt nach der Milchgabe an. Dadurch haben Sie eine größere Chance, Erbrechen, Aufstoßen und andere Unannehmlichkeiten bei der Fütterung oder Flaschenfütterung zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil? Ihr Kleinkind ist satt und kann einschlafen, ohne auf den Wickelaufsatz gelegt zu werden.
  • Windelwechsel nach dem Füttern: Wenn Ihr Baby während oder kurz nach dem Füttern seine Windel verschmutzt, haben Sie immer noch den Vorteil, ihm die Möglichkeit zu geben, mit einer sauberen Windel und einem trockenen Po zu schlafen.

Windelwechsel in der Nacht

Was die Nacht betrifft, geben Sie dem Schlaf des Babys den Vorrang – und Ihrem. Wenn es nach der nächtlichen Fütterung einschläft, bevor Sie Zeit hatten, seine Windel zu wechseln, dann lassen Sie es: Wecken Sie kein schlafendes Baby auf!

Wenn sich Ihr Kind durch eine volle Windel gestört fühlt, wird es auf jeden Fall weinen. Sie werden sofort geweckt und nun es liegt an Ihnen!

Wie sollte der Stuhlgang des Babys sein?

Die Farbe, die Textur und der Geruch des Stuhlgangs Ihres Babys können gute Indikatoren für seine Gesundheit sein. Erkennen Sie Durchfall, Verstopfung oder andere Probleme zum Zeitpunkt des Windelwechsels. Sie haben es vielleicht bislang nicht bemerkt, aber die Beobachtung des Stuhls Ihres Babys kann sehr nützlich sein!

Die richtigen Produkte zum Wickeln

Besorgte Eltern fragen uns oft, welche Produkte sie für die Windel unseres Babys verwenden sollen. Keine Panik, dieser Beitrag wird Ihnen helfen!

  • Verwenden Sie Produkte, die auf die empfindliche Babyhaut abgestimmt sind: keine Parabene, keine Farbstoffe, kein Alkohol und kein Parfüm.
  • Nach dem Stuhlgang können Sie eine Waschlotion verwenden, mit dem Sie Ihr Baby waschen können und das gleichzeitig seine Haut pflegt und schützt. Schütteln Sie die Flasche vorher, geben Sie ein wenig Lotion auf ein Baumwolltuch, dann sanft reinigen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie Watte für die Reinigung des Babypopos haben. Feuchte Reinigungstücher auf Wasserbasis sind auch sehr praktisch für den Windelwechsel unterwegs.
  • Denken Sie an Babycreme, die in einer dicken Schicht auf den sauberen, trockenen Po aufgetragen wird, um Irritationen zu vermeiden und den nötigen Komfort zu bieten. Rötungen im Schritt sind damit ade!

Welche Windeln soll ich wählen?

Verwenden Sie in den ersten Wochen spezielle Neugeborenen-Windeln: Einige haben sogar eine Aussparung, die verhindert, dass die Windel an der Nabelschnur reibt. Dies ist unabhängig davon, ob das Baby eine natürliche Geburt hatte oder per Kaiserschnitt zur Welt kam. Ansonsten können Sie die Windel im Bauchbereich falten, um dieses Problem zu vermeiden.

Was die Marke betrifft, gibt es alles: super saugfähig, ökologische Windeln, ultradünn, es liegt an Ihnen zu sehen, was Sie für Ihr Baby wollen.

Was Stoffwindeln betrifft, so sind sie eine schöne ökologische und ökonomische Alternative für Ihre Familie, aber sie erfordern ein wenig Organisation und eine gewisse Anfangsinvestition.

So reinigen Sie den Babypopo richtig

Sie müssen Wattepads, Einweg- oder waschbare Tücher, eine Windel und Reinigungsmittel haben:

  • Bereiten Sie alles, was Sie brauchen, auf dem Wickeltisch vor, wobei die neue Windel geöffnet sein muss.
  • Legen Sie das Baby hin und öffnen Sie nur die Unterseite des Stramplers.
  • Reinigen Sie von der am wenigsten verschmutzten zur schmutzigsten Stelle, immer vom Geschlechtsteil zum Anus. um jedes Infektionsrisiko zu vermeiden.
  • Achten Sie darauf, dass die Hautfalten sauber sind.

Vorsicht beim Pinkeln während des Windelwechsels! Um Unfälle zu vermeiden und zu verhindern, dass Ihr Baby Sie anpinkelt, lassen Sie die schmutzige Windel unter dem Po gefaltet liegen, während Sie den Po reinigen, und eine auf dem Pipimann Ihres Kleinen.

Was ist bei einer Hautreizung zu tun?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Säuglinge unter Reizungen am Po leiden. Dieses Problem kann durch Reiben der Windel, zu seltenes Wechseln der Windel, die Verwendung ungeeigneter Produkte oder sogar durch Zahnen verursacht werden.

Um die Ursache zu beseitigen, insbesondere wenn sie andauert, können Sie:

  • eine andere Windelmarke versuchen,
  • eine Windelcreme verwenden, die die Haut Ihres Babys schützt,
  • den Po Ihres Babys zwischen den alten und neuen Windeln für ein paar Augenblicke an der frischen Luft, lassen.

Um das Baby während des Windelwechselns zu beschäftigen, zögern Sie nicht, ihm ein Spielzeug anzubieten oder ihm etwas vorzusingen. Das Windelwechseln ist auch eine Zeit der Gemeinsamkeit!

18. Mai 2021
von SiteAdmin
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Die Kaiserschnittrate sinkt: Bremer Bündnis zur Unterstützung der natürlichen Geburt vermeldet ersten Erfolg

Text: Pressemeldung www.frauen.bremen.de

Land Bremen: Die Kaiserschnittrate in Bremen ist in den vergangenen drei Jahren um 2,7 Prozent gesunken. Diesen Erfolg vermeldet das Bremer Bündnis zur Unterstützung der natürlichen Geburt und rechnet auch in Zukunft mit weniger Kaiserschnitten.

Laut Statistischem Landesamt lag die Rate der per Kaiserschnitt zur Welt gekommenen Kinder im Land Bremen 2012 bei 33,2 Prozent und ist seither rückläufig, 2015 lag sie bei 30,5 Prozent. Das Bremer Bündnis, ein vom Gesundheitsressort und der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) initiierter Zusammenschluss von Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hebammen, Kinderärztinnen – und -ärzten sowie Krankenkassen hatte seit Anfang 2013 daran gearbeitet, die Ursachen für die hohe Rate von Kaiserschnittgeburten zu analysieren und anzugehen. Das engagierte und interdisziplinäre Miteinander aller in der Geburtshilfe Beteiligten hat offenkundig von Beginn an für eine erhöhte Sensibilität gegenüber eingefahrenen Abläufen gesorgt und so dazu beigetragen, dass der ein oder andere Kaiserschnitt doch nicht gemacht wurde und die natürliche Geburt noch eine Chance bekam – zum Wohl von Mutter und Kind.

Bei ihrer Auswertung der Zahlen haben die Bündnis-Beteiligten festgestellt, dass viele Frauen nach einem ersten Kaiserschnitt beim nächsten Kind wieder per Kaiserschnitt ihr Kind bekommen, obwohl es dafür häufig keinen medizinischen Grund gibt. Das Bündnis appelliert daher an die niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen, schwangere Frauen, die schon einen Kaiserschnitt hatten, aktiv zu einer natürlichen Geburt zu ermutigen. Damit kann die Kaiserschnittrate weiter gesenkt werden.

Jedes 3. Kind per Kaiserschnitt geboren – höchste Zeit zu handeln

Die Idee für das Bündnis war vor dem Hintergrund stetig steigender Kaiserschnittzahlen entstanden. Im Jahr 2010 war jedes dritte Kind im Land Bremen durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Damit lag Bremen im Bundesdurchschnitt, der sich seither kaum geändert hat (Kaiserschnittrate 2010 bundesweit: 31,9 Prozent, 2014: 31,8 Prozent). Betrachtet man die Entwicklung der Kaiserschnittrate in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland insgesamt, so hat sich die Rate mehr als verdoppelt (1991: 15,3 % Kaiserschnitte).
Konsens und Ziel des Bündnisses ist, Schwangerschaft und Geburt als natürliche Lebensprozesse zu sehen und Frauen in ihrer Fähigkeit zu gebären besser zu unterstützen. Natürlich können Kaiserschnitte bei Risiken und ungünstigen Geburtsverläufen lebensrettend sein, gleichwohl können sie ein Krankheitsrisiko sowohl für die Gebärende als auch für das Neugeborene bergen. Dieses Risiko sollte nur dann eingegangen werden, wenn der Nutzen absehbar überwiegt. Gemeinsam hatte das Bündnis für den Bereich der Betreuung in der Schwangerschaft und Geburt zentrale Empfehlungen herausgegeben, die den Schwerpunkt auf die Stärkung normaler Prozesse setzen. Diese Empfehlungen fokussieren auf die bessere Zusammenarbeit und gemeinsame Fortbildungen aller beteiligten Berufsgruppen, auf eine gute ergebnisoffene Information der Frauen und Paare zu Geburtsort und Geburtsart sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Bremer Geburtshilfe.

Weitere Informationen zum Bremer Bündnis: www.natuerlichegeburt.net

Statements der Bündnispartnerinnen und -partner

Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe:

„In der Geburtshilfe in Deutschland gibt es viele Baustellen und es ist lang noch nicht alles gut, insbesondere die durch die Haftpflichtfrage finanziell existenzielle Situation der freiberuflichen Hebammen und damit auch die zunehmende Überlastung der Klinik-Hebammen erfordern unverändert politische Regelungen – aber dass es uns hier in Bremen gelungen ist, eine weitere Großbaustelle, die hohen Kaiserschnittraten, erfolgreich anzugehen, macht mich sehr froh. Die natürliche Geburt muss erste Wahl sein, wenn wir das Wohl von Mutter und Kind im Auge haben, und wir sollten unverändert alles dafür tun, Frauen in ihrer Fähigkeit zu unterstützen, ihr Kind natürlich zur Welt zu bringen. Dass hier die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedensten Professionen alle Dissense überwunden haben und gemeinsam für dieses eine Ziel eintreten, ist über die bloßen Zahlen hinweg ein wirklich großer Erfolg.“
Gesundheitssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt:

„Schon seit dem Start des Bündnisses und seiner Arbeitsaufnahme in den Kliniken wurden weniger Kaiserschnitte durchgeführt. Das werte ich als unmittelbaren Erfolg unserer Initiative. Ich gehe fest davon aus, dass die Rate weiter zurückgeht. Das Bremer Bündnis für die natürliche Geburt war bundesweit das erste seiner Art, inzwischen gibt es ähnliche Initiativen in vielen Ländern und Kommunen. Wenn dieses interdisziplinäre und gemeinsame Engagement nun Wirkung zeigt, die bislang hohe Schnittraten zu senken, können die Bündnis-Beteiligten sehr stolz auf ihre Arbeit sein.“

Dr. Torsten Frambach, Chefarzt der Frauenklinik des St. Joseph-Stift:

„Die bereits gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Berufsgruppen wurde durch das Bündnis weiter gestärkt. Eine intensive Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung hat zur Senkung der Kaiserschnittrate beigetragen. Für den weiteren Erfolg ist eine 1:1 Betreuung durch Hebammen unter der Geburt dringend erforderlich. Für die Umsetzung braucht das Bündnis auch weiterhin politische Unterstützung auf allen Ebenen.“

Heike Schiffling, 1. Vorsitzende Hebammenlandesverband Bremen e.V.:

„Die gemeinsame Arbeit zeigt erste Erfolge. Der Trend der immer steigenden Kaiserschnittraten ist im Bundesland Bremen gestoppt. Um nachhaltig natürliche Geburten zu fördern, benötigen wir ergänzende Betreuungskonzepte und mehr Zeit für die Gebärenden.”
Dr. Elisabeth Holthaus-Hesse, niedergelassene Frauenärztin: „Gerade wir niedergelassenen Frauenärztinnen / Ärzte sollten Frauen, die beim ersten Kind einen Kaiserschnitt hatten, ermutigen, eine natürliche Geburt in einer Folgeschwangerschaft anzustreben. Medizinisch vertretbar ist das sicherlich in der Mehrzahl der Fälle.”

Imke Helmke, leitende Hebamme im Klinikum Bremen-Nord:

„Wenn wir Frauen in ihrer Fähigkeit zu gebären stärken wollen, müssen wir (Ärztinnen, Ärzte und Hebammen) auch Sorge dafür tragen, unser Wissen und unsere Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern. In diesem Sinne soll die Zusammenarbeit zwischen den Häusern durch Bildung von Beckenendlagen- Teams intensiviert werden. Unser Ziel ist es, eine klinikübergreifende Betreuung von Frauen, die ihr Kind aus Beckenendlage gebären wollen, zu gewährleisten.“

Ausstellung Kaiserschnitt

5. März 2021
von SiteAdmin
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Austellungseröffnung „Kaiserschnitt – goldener Schnitt?“ in Berlin

Das Familienplanungszentrum in Berlin (FPZ) lädt am 5. März sehr herzlich zur Ausstellungseröffnung „Kaiserschnitt – goldener Schnitt?“ ein. Mit der Unterstützung des „Verbands der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer“ (GEDOK e.V.) und des „Arbeitskreises für Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft“ (AKF e.V.) konnten wir diese großartige Bilderkollektion für das FPZ gewinnen.

28 Künstlerinnen haben sich bundesweit zusammengeschlossen und eine beeindruckende Zusammenstellung von kräftigen Bildern mit sehr vielfältigen Stilen und Perspektiven zur Geburt und Schwangerschaft aufgestellt.

Wir laden ganz herzlich ein, bei der Ausstellungseröffnung dabei zu sein. Das FPZ öffnet seine Räumlichkeiten für einen eindrucksvollen Rundgang. Zum Rahmenprogramm gehören zwei kurze Vorträge des AKF e.V. (Karin Bergdoll) sowie der GEDOK e.V. (Monika Hahn), um den Hintergrund der zum Kaiserschnitt kritischen Kampagne durch Kunst zu verdeutlichen. Hinzu kommt das Statement des FPZ durch Dr. Gabriele Halder, alles mit einer wundervoll harmonischen musikalischen Begleitung durch das “Trio Pustefisch Swingbop’ers”.

Die Ausstellung ist bis zum 28. August innerhalb der Öffnungszeiten des FPZ zu sehen.

Familienplanungszentrum – BALANCE
Mauritiuskirchstraße 3
10365 Berlin

Tel: 030 / 236 236 841
www.fpz-berlin.de

Keine Geburt von der Stange

4. März 2021
von SiteAdmin
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Keine Geburt von der Stange! Für eine frauen- und familiengerechte Geburtshilfe!

Stellungnahme des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)

Zum Antrag
der Fraktion der FDP im Landtag NRW
Drucksache 16/5288 vom 18. 03. 2014
Zukunft der Geburtshilfe, der Vor-und Nachsorge für Mütter sowie ergänzende und unterstützende Angebote
für Eltern und Familien durch Hebammen sichern – Wahlfreiheit für werdende Mütter erhalten

Keine Geburt von der Stange!
Für eine frauen- und familiengerechte Geburtshilfe!

Frauen haben die Fähigkeit, Kinder zu gebären und nur in einer Minderzahl der Fälle benötigen sie medizinische Interventionen. Der Verlauf einer Geburt ist höchst individuell und braucht Ruhe, Zeit und Vertrauen.

Unter den Bedingungen einer zunehmenden Ökonomisierung unseres Gesundheitswesens treten  jedoch diese Voraussetzungen zugunsten von Planbarkeit, Zeitersparnis, optimaler Auslastung der vorhandenen Resourcen und – nicht zuletzt – juristischer Absicherung in den Hintergrund. Die Geburt ist heute, so beschreibt es Colette Mergay “zum durchgeplanten, durchkontrollierten, weil risikoreichen Herstellungsvorgang und aus der Schwangerschaft ein angstbesetzter Hindernislauf bis zur Geburt geworden.“[1]

Die Verdoppelung der Kaiserschnittrate auf über 30% der Geburten in den vergangenen 20 Jahren ist in diesem Zusammenhang zu sehen. (In NRW lag die Kaiserschnittrate im Jahr 2013 mit 33,1% noch über dem bundesweiten Durchschnitt von 31,8%)[2].

Derzeit wird vielfach der Kaiserschnitt als der sicherste Geburtsmodus angesehen, mögliche negative Auswirkungen eines Kaiserschnittes auf die Gesundheit der Mutter, des Kindes und den Verlauf späterer Schwangerschaften  zu Unrecht völlig ausgeblendet: so zum Beispiel Komplikationen bei der Mutter durch die Operation Kaiserschnitt, mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf das Kind wie Allergie- und Diabetesneigung, mögliche soziale Folgen durch ein erschwertes Bonding. Die finanziellen Auswirkungen dieser Folgen sind nicht errechnet und gehen in keine Kostenkalkulation mit ein. …

Weiterlesen

[1] Einstiegsreferat zum Fachtag des AKF-Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin Psychotherapie und Gesellschaft „Rückblick auf den Fachtag: Zeit zu Handeln – Die Kaiserschnittrate senken – Die normale Geburt fördern

[2] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Krankenhaeuser/Entbindungen_Presse.html

Ausstellung Kaiserschnitt

8. Januar 2021
von SiteAdmin
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Pressemitteilung GEDOK – Ausstellung “Kaiserschnitt – Goldener Schnitt?” Geburt – Leben – Erleben

“Kaiserschnitt – Goldener Schnitt?”, so lautet der Titel einer Ausstellung, die von der Bundes-GEDOK (Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.) und dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF e.V.) ausgeschrieben und kuratiert wurde und die nun auf Wanderung geht.

Wie kommen Kinder heutzutage auf die Welt?

  • Was bedeutet die Geburt eines Kindes für Mutter und Kind?
  • Welchen Sinn hat Geburt?
  • Wer nimmt Einfluss auf das Geburtsgeschehen?
  • Wie selbstbestimmt sind werdende Eltern?

Mit diesen und ähnlichen Themen setzen sich die Künstlerinnen in ihren Kunstwerken auseinander.

Ausstellende Künstlerinnen sind:

Carolin Beyer, Hamburg

Anna Broermann, Berlin

Karin Gralki, Berlin

Heike Gronemann-Evers, Berlin

Monika Hahn, Hamburg

Gundi Hakenjos, Freiburg

Sibylle Hauswaldt, Hamburg

Mariola Maria Hornung, Bonn

Gabriele Kaiser-Schanz, Essen

Emese Kazar, Bremen

Petra Lindenmeyer, Heidelberg

Brigitte Lingertat, Berlin

MAMU – Anna Rossipaul, Neuenhaus

Hertha Miessner, München

Christiane Miklusz, Berlin

Anastasiya Nesterova, Münster

Rita Oerters, Emden

Andrea Rausch, Hamburg

Ulrike Rosenbach, Bonn

Helga Santel, Leverkusen

Ute Scharrer Hersbruck, Franken

Katharina Schellenberger, München

Gertrud Schleising, Bremen

Claudia Speer, Berlin

Brigitte Stein, Frankfurt

Julia Ulrich, Dorfprozelten

Die Ausstellung zeigt den Zusammenhang von biologischer und geistig-künstlerischer Schöpferkraft und macht deutlich, dass Geboren werden und Gebären mehr sind als ein medizinischer Eingriff, ein Produktionsprozess oder gar mediales Event. Sie soll zu Diskussionen und Nachdenken über den existenziellen Sinn des Gebärens und die Kraft der Frauen anregen und das öffentliche Bewusstsein für beides schärfen.

Erste Station der Ausstellung ist das Ev. Amelie-Siveking Krankenhaus.

Adresse: Haselkamp 33, 22359 Hamburg

Vernissage: 08.01.2021 um 18 Uhr

Die Ausstellung ist dort bis zum 25.2.2021 zu sehen.

8. Januar 2021
von SiteAdmin
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Pressemeldung vom 1. Ausstellungsort unserer Ausstellung zum Kaiserschnitt: „Kaiserschnitt – goldener Schnitt?“

Pressemeldung vom 1. Ausstellungsort unserer Ausstellung zum Kaiserschnitt:

Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus

Kaiserschnitt – goldener Schnitt?“ Bundesweite Ausstellung setzt sich kritisch mit hoher Kaiserschnittrate auseinander

„Kaiserschnitt – Goldener Schnitt?“, so lautet die bundesweite Kunstausstellung, die sich kritisch mit der hohen Kaiserschnittrate in Deutschland auseinandersetzt und heute im Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus in Hamburg-Volksdorf eröffnet wird. 26 Künstlerinnen stellen ihren persönlichen Blick auf das Erlebnis Geburt dar und zeigen anhand ihrer Werke, welche Wirkung die Geburt auf sie selbst und ihr künstlerisches Schaffen hat.

 Verdopplung der Kaiserschnittrate in den vergangenen 20 Jahren

In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt – die Kaiserschnittrate hat sich damit in den vergangenen 17 Jahren von 15,3% (1991) auf 31,9 % (2010)  mehr als verdoppelt. Unbestritten ist dabei, dass der Kaiserschnitt dann geboten ist, wenn zwingende medizinische Gründe vorliegen – also, wenn die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet sind. Das aber sei nur bei ca. 15% der Geburten der Fall, sagt Dr. Wolf Lütje, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für psychosomatische Geburtshilfe und Gynäkologie (DGPFG): „Mit dem Kaiserschnitt bekommen Mutter und Kind einen ‚Notausstieg‘ , aber mit Sicherheit keinen Hauptausgang bei der Geburt geboten. Für eine natürliche Geburt gibt es in den meisten Fällen keine wirkliche Alternative“. So würden etwa Studien belegen, dass Kaiserschnitt-Kinder z.B. öfter an Allergien litten als natürlich geborene Babys. Aber auch für die Mutter berge der operative Eingriff Risiken. „Es handelt sich beim Kaiserschnitt um eine Operation, das wird leider nicht selten verdrängt,“ so Lütje weiter.

Vielfältige Gründe

Die deutliche Zunahme der Kaiserschnittrate in den vergangenen Jahren lässt sich laut „Faktencheck Kaiserschnitt“ der Bertelsmann-Stiftung (www. kaiserschnitt.faktencheck-gesundheit.de) vor allem auf die geänderte Bewertung sog. relativer Indikationen zurückführen, bei denen ein Kaiserschnitt durchgeführt werden kann, aber nicht zwingend durchgeführt werden muss – etwa bei einer sog. Beckenendlage oder bei einer vorangegangenen Entbindung per Sectio-OP. Die veränderte Risikobewertung sei unter anderem begründet durch eine defensiver ausgerichtete Geburtshilfe, haftungsrechtliche Entwicklungen, Veränderungen in der Klinikorganisation und die abnehmende Erfahrung der Geburtshelfer in der Betreuung komplizierterer Spontangeburten, so die Studie, die gemeinsam von Professorin Petra Kolip von der Universität Bielefeld sowie dem IGES Institut in Berlin durchgeführt wurde.  Das Alter der Gebärenden spiele dagegen kaum eine Rolle, wohl aber gebe es bezüglich der Kaiserschnittraten große regionale Unterschiede. Dr. Lütje nennt als weiteren gewichtigen Grund die Angst werdender Mütter vor der Geburt, auf die eingegangen werden müsse, ohne sogleich auf den Kaiserschnitt als vermeintlich einfachen Ausweg zu verweisen.

Ulrike Hauffe, Landesfrauenbeauftragte Bremens und aktiv im Arbeitskreis für Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF e.V.): „Die viel zu hohen Kaiserschnittraten sind deutliches Indiz dafür, wie sehr Schwangerschaft und Geburt heute als Risiko und zugleich als ein sich in den Klinikbetrieb einzuordnendes Geschehen gesehen werden. Schwangere aber sind keine Kranken, sondern Frauen, die Kinder zur Welt bringen. Dafür brauchen sie Zeit und Vertrauen in ihren Körper und dessen Fähigkeiten. Sie hier zu unterstützen kam in der Vergangenheit häufig zu kurz, zugunsten medizinischer Eingriffe, die nicht immer notwendig sind. Hier vollzieht sich gerade ein Richtungswechsel, ein neues Bewusstsein für den Wert der natürlichen Geburt entsteht.

Lifestyle-Geburt?

Dieses Bewusstsein grenzt sich ab von der zu einer „lifestyle-Maßnahme“ stilisierten Geburt, vorgelebt etwa von prominenten „Kaiserschnitt-Müttern“, wonach der „Wunsch-Kaiserschnitt“ als  gleichwertige Option neben der normalen Geburt und der  „moderne Weg“ zum Kind erscheint. Vielmehr wünscht sich der überwiegende Teil der Frauen eine normale Geburt und hat dazu auch die Kraft und Fähigkeit, wenn die äußeren Bedingungen dies zulassen.

 Ökonomisierung?

Nicht selten wird die deutliche Zunahme der Kaiserschnittrate auch als Ausdruck einer zunehmenden Ökonomisierung des Klinikbetriebes angesehen, da der Kaiserschnitt (geringfügig) besser vergütet wird. Diese Sichtweise hält Hans-Peter Beuthien, Geschäftsführer des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhauses, für falsch: „Der personelle Aufwand bei einer Kaiserschnitt-Geburt ist höher als bei der natürlichen Geburt und überdies bleibt die Mutter anschließend länger in der Klinik, so dass der Klinik aus einer Sectio-OP kein finanzieller Vorteil erwächst.“  Allerdings betont auch Beuthien, dass die Arbeitsverdichtung in den Kliniken aufgrund des finanziellen Drucks deutlich zugenommen habe, so dass der Faktor „Zeit“ immer knapper werde. „Geburtshilfe braucht aber Zeit und die geben wir unserem Geburtsteam auch.“  Ebenfalls kritisch sieht Beuthien die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Haftungsrisiken in der Geburtsmedizin, die für Kliniken mit Geburtshilfe eine zusätzliche enorme finanzielle Belastung darstellten.

Bundesweites Gemeinschaftsprojekt

Die Ausstellung „Kaiserschnitt  – Goldener Schnitt? Bilder rund um die Geburt“ basiert auf einer Kooperation des AKF e.V. sowie dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. (GEDOK), die das Thema vor einem Jahr ausgeschrieben haben.  Monika Hahn, beteiligte Künstlerin aus Hamburg und Bundesfachbeirätin in der GEDOK: „Die Jury konnte im Sommer 2014 aus 90 Bewerbungen 26 künstlerische Interpretationen auswählen. Die meisten Künstlerinnen haben eigenes Erleben bildnerisch umgesetzt und interpretiert. Diese subjektive Sichtweise macht die Ausstellung so abwechslungsreich und interessant.“

Unterstützt wird die Ausstellung von der Stiftung „Zukunft Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus in den Walddörfern“ und dem „Freundes- und Fördererkreis Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus.“

Die Vernissage fand am 08.01.2014 um 18 Uhr im amalieFORUM Des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhauses, Haselkamp 33 in 22359 Hamburg, statt. Die Ausstellung bis zum 25. Februar zu sehen sein, die nächste Station ist Berlin.

 Mitwirkende Künstlerinnen:

Carolin Beyer, Hamburg
Anna Broermann, Berlin
Karin Gralki, Berlin
Heike Gronemann-Evers, Berlin
Monika Hahn, Hamburg
Gundi Hakenjos, Freiburg
Sibylle Hauswaldt, Hamburg
Mariola Maria Hornung, Bonn
Gabriele Kaiser-Schanz, Essen
Emese Kazar, Bremen
Petra Lindenmeyer, Heidelberg
Brigitte Lingertat, Berlin
Hertha Miessner, München
Christiane Miklusz, Berlin
Anastasiya Nesterova, Münster
Rita Oerters, Emden
Andrea Rausch, Hamburg
Ulrike Rosenbach, Bonn
Anna Rossipau, Neuenhaus
Helga Santel, Leverkusen
Ute Scharrer, Hersbruck Franken
Katharina Schellenberger, München
Gertrud Schleising, Bremen
Claudia Speer, Berlin
Brigitte Stein, Frankfurt
Julia Ulrich, Dorfprozelten

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Ausstellung Kaiserschnitt

11. Dezember 2020
von SiteAdmin
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Einladung zur Ausstellung “Kaiserschnitt — Goldener Schnitt?” in Hamburg

Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) lädt gemeinsam mit der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. (GEDOK) ein zur Ausstellungseröffnung und Ausstellung “Kaiserschnitt — Goldener Schnitt?” im Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus in Hamburg.

Die Ausstellung wurde im Rahmen der AKF-Kampagne zur Senkung der hohen Kaiserschnittraten in Deutschland gemeinsam konzipiert und soll Politik, Frauengesundheit und Kunst miteinander verknüpfen für Diskussionen um das essentielle Thema Kaiserschnitt. Aus rund 90 Bewerberinnen wurden von einer Jury 30 Künstlerinnen und ihre Werke ausgewählt. Die Künstlerinnen stellen beeindruckend eigene Erfahrungen und ihre Einstellungen zu Kaiserschnittgeburten, aber auch zur normalen Geburt dar. Sie vermitteln Informationen und persönliches Erleben und regen damit zur Auseinandersetzung und zu Diskussionen zum Thema an.

Die Ausstellung wird durch Informationstafeln und Materialien des AKF zur Kaiserschnittproblematik gerahmt.

Vernissage – Eröffnung der Ausstellung

08.01.2021, 18 Uhr im amalieForum 

Veranstaltungsort

Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus, Haselkamp 33, 22359 Hamburg.

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Viele weitere Informationsmaterialien zum Kaiserschnitt und zur Frauengesundheit unter www.akf-kaiserschnitt-kampagne.de